Die andere Geschichte der Radziwills

Witold (Vytautas)

Die Hochmeister des Deutschen Ordens mit Sitz in der Marienburg sprachen und schimpften viel über die Litauer, die sich weder christianisieren noch ihr Land dem Orden zur Verfügung stellen wollten. Kreuzzüge nach Litauen wurden geplant. Erst waren es die grenznahen Gebiete, die wir heute Litauen nennen, dann folgten weitere Gebiete entlang der Ostsee bis tief in das Gebiet, das heute zu Lettland zählt, in dieser Zeit aber zur Rus gehörte.

Die litauischen Stämmen setzen sich zur Wehr. Witold, der Sohn des Fürsten Kestutis von Trakai und der Birute von Palanga und Enkel des Großfürsten Gedemin (vgl. S.C.Rowell. 1994, Tab. 2 und 2a), war ihr Anführer und hatte in ihnen treue Gefährten im Kampf. Während seine Kampfgesellen größtenteils noch zu den Heiden zählten, war Witold bereits römisch-katholisch getauft und hatte den Taufnamen Alexander erhalten.

In diesen Zeiten war es gängige Praxis, Bündnisse einzugehen und zu verwerfen. Das kostete auf beiden Seiten zahlreiche Opfer. Beide Seiten schenkten sich nichts. Nach zähen Verhandlungen verpflichteten sich die Vertragspartner, keine Bündnisse gegeneinander einzugehen. Der Deutsche Orden, vertreten durch Herzog Semovit, zog nach der Auflösung des Landes Wese (polnisch: Wizna) Grenzen zu Livland, Preußen und Masovien. Nach ihrem Wunsch sollte Samaiten für alle Zeiten dem Deutschen Orden zufallen.

Doch die Vereinbarungen zwischen Witold und dem Deutschen Orden führten nicht zum Frieden, immer wieder kam es zu Querelen, Streitigkeiten und Vertragsverletzungen, wie es uns die Schriftwechsel der Hochmeister des Deutschen Ordens im virtuellen Preußischen Urkundenbuch veraten.